Das Unternehmen ist ein IT-Dienstleister, der zu einer internationalen Holding gehört. Über die Jahre war ein breites Angebot entstanden – viele Einzelleistungen, unterschiedlich benannt und paketiert, teils doppelt zwischen lokalen und internationalen Einheiten.
Für Kunden war schwer zu erkennen, was das Unternehmen eigentlich anbietet, und der Vertrieb tat sich schwer, das Angebot schlüssig zu erklären. Gleichzeitig sollte das lokale Portfolio in die internationale Struktur integriert werden. Ich habe diese Aufgabe als Director Portfolio Management verantwortet.
Im Kern war das eine Go-to-Market-Aufgabe: Bevor Marketing und Vertrieb wirksam werden können, muss klar sein, was man wem mit welchem Nutzen anbietet. Genau diese Klarheit fehlte – intern wie gegenüber Kunden und Partnern.
Die Herausforderungen
Alle Leistungen wurden erfasst, nach Kundennutzen und strategischer Bedeutung bewertet und priorisiert. Was nicht zur künftigen Ausrichtung passte, wurde zusammengeführt oder bewusst nicht weiterentwickelt.
Das Portfolio wurde in drei Servicelines gegliedert: Advisory Services, Consulting Services und Assurance Services. Unter Advisory Services habe ich 15–20 Einstiegs-Servicepakete entwickelt – klar abgegrenzte Angebote, mit denen Kunden niedrigschwellig einsteigen und die in Beratung, Implementierung und Betrieb weiterführen.
Für den Vertrieb entstanden Enablement-Programme: Positionierung, Zielgruppen, Nutzenargumentation und Gesprächsleitfäden je Paket. Das Ziel war, dass jeder Vertriebsmitarbeiter das Angebot in wenigen Sätzen erklären kann.
In enger Abstimmung mit der Holding wurde das lokale Portfolio in die internationale Portfolio-Struktur überführt – mit gemeinsamen Bezeichnungen und klaren Zuständigkeiten.
Ein Portfolio ist nie fertig. Rückmeldungen aus Vertrieb, Delivery und Kundengesprächen wurden regelmäßig gesammelt und in die Weiterentwicklung der Pakete übernommen. So blieb das Angebot nah an dem, was Kunden tatsächlich nachfragen – und der Vertrieb hatte das Gefühl, das Portfolio mitzugestalten, statt es nur vorgesetzt zu bekommen.
Anonymisiert dargestellt. Kennzahlen nur dort, wo sie belegt sind – Unternehmensnamen nenne ich bewusst nicht.
Go-to-Market beginnt nicht mit Kampagnen, sondern mit einem Angebot, das man in wenigen Sätzen erklären kann. Weglassen war dabei mindestens so wichtig wie Paketieren – und ohne Enablement bleibt selbst das beste Portfolio im Vertrieb ungenutzt. Genau diese Reihenfolge – erst Klarheit im Angebot, dann Positionierung, dann Vertrieb – wende ich heute in jedem GTM-Mandat an.
Gemeinsam prüfen wir Zielkunden, Nutzenversprechen und Einstiegsangebote und legen den nächsten sinnvollen Schritt fest.
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